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Über unsere Mission

Polnische Katholische Mission in Freiburg

Geschichte unserer Mission

Zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs lebten in Freiburg polnische Kriegsgefangene. Während der  Kriegszeit  wurden die Polen dazu gezwungen ein Band mit der Aufschrift „Polen“ um  ihren Arm zu tragen.  Laut Aussagen eines Zeitzeugen,  war es ihnen verboten, die Hl. Messe am Sonntag zu besuchen. Bei  Nichteinhaltung dieser Anordnung drohte eine Geldstrafe von 20 Mark. Dies machte etwa die Hälfte eines monatlichen Einkommens aus. Zusätzlich zu den Kriegsgefangenen wurden auch Polen in diese Region deportiert, die zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden.

Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs haben wir keinerlei Dokumente, die die Dienste polnischer Priester in dieser Region belegen.

Erst nach 1945 gibt es eindeutige Belege, die eine Seelsorge durch polnische Geistliche in der Region aufzeigen.

So ergibt sich seit der Nachkriegszeit folgende Chronik:

Als erster Priester wird der Pfarrer Stanislaw Pierniak erwähnt. Er war ein Kaplan der polnischen Armee, der in der Nähe  der französischen Armee stationiert war und diese Gegend seelsorgerisch betreute.  

In den folgenden zwei  Jahren,  1946 bis 1948 lebte und diente hier Pfarrer Józef Pućka.

Die nächsten zwei Jahre,  von 1949 bis 1950, betreute  Pfarrer Ignacy Siwiec  seelsorgerisch diese Region.  

Ab dem Jahre 1950 wird als Seelsorger  Pfarrer Stanislaw Bartczak genannt, der die nächsten 30 Jahre die Gemeinde in unsere Region leitete. Bemerkenswert am Pfarrer Stanislaw Bartczak war, dass er trotz seiner stark angeschlagenen Gesundheit, die während des  5-jährigen Aufenthaltes in Dachau beeinträchtigt wurde,  die polnische Bevölkerung so lange in unsere Region seelsorgerisch betreut hat.

Mit dem Dekret vom 1. April 1980 des Ordinariats Freiburg, wurde die Polnische Katholische Mission, mit Sitz in Freiburg (cum cura animarum),  gegründet.

Zur Zeit der Gründung der Mission nahm der Pfarrer  Dr. Krzysztof Kilarski die Position des hiesigen Seelsorgers ein,  der die Gemeinde 15 Jahre bis 1995, leitete.

Seit dem Jahr 1995 leitet unsere Gemeinde Herr Pfarrer Stanisław Stec, der ursprünglich aus der polnischen Mission in Siegen zu uns kam.

Das Gebiet der polnischen katholischen Mission:

Die Polnische Katholische Mission in Freiburg liegt am südlichsten Zipfel Deutschlands. Die polnische Seelsorge erstreckst sich entlang des Schwarzwaldes. Die Menschen, die aus Polen hierher kamen und kommen,  leben in dieser schönen Region an vielen Orten verstreut.

Zugehörig zur polnischen Missionsgemeinde  ist ein Personenkreis von ca. 11.400 Personen (im Jahr 2014).

Der Hauptsitz unsere Mission ist die St. Joseph Kirche in Freiburg. Hier ist auch das Zentrum der Gemeinde, mit unserem Missionsbüro und der Bibliothek.

Städte und Gemeinden
in denen Hl. Messen auch in polnischer Sprache angeboten werden, sind:

in der Region Ortenau
:
Offenburg, Hausach, Nußbach

in der Region Breisgau-Schwarzwald-Baar: Endingen, Freiburg, Feldkirch, Villingen

in der Region Hochrhein:
Lörrach, Waldshut-Tiengen

in der Region Bodensee-Hohenzollern:
Konstanz, Singen, Stockach, Sigmaringen

 

In den Filialkirchen werden  Hl. Messen einmal im Monat und an wichtigen Feiertagen zelebriert.

Weitere Aufgabengebiete und Aktivitäten unserer Mission:

Zusätzlich zu den Gottesdiensten nehmen die Gläubigen auch an traditionellen Andachten, wie zum Beispiel der Rosenkranzandacht im Mai, der Kreuzwegandacht und an Exerzitien anlässlich der Feiertage teil.

Jedes Jahr wird ungefähr 20 Kleinkindern das Sakrament der Taufe gespendet.

Das Sakrament der Ehe erhalten jährlich mehrere Paare in unserer polnischen Mission. Es gibt aber auch Paare, die nur den Vorbereitungskurs auf das Sakrament der Ehe für sich nutzen, das in unsere Mission angeboten wird, um in Polen dieses Sakrament zu empfangen.

Im Freiburger Missionszentrum wird eine Katechese für Kinder angeboten, die unter anderem auch zur Vorbereitung auf die ersten Heiligen Kommunion und dem Sakrament der Firmung dient. Zudem gibt es für Kinder auch Sprachkurse der polnischen Sprache.

Es ist bereits schon zur Tradition geworden, dass zum Abschluss eines jeden Schul-und Katechesen Jahres die Kinder, die Jugendliche und die Eltern sich treffen,  um in der Natur gemeinsamen einen Dankgottesdienst zu feiern. Anschließende gibt es die Gelegenheit für gemeinsame Gesellschaftsspiele  und Sportaktivitäten.  

In unsere Gemeinde werden verschiede Treffen für Jugendliche sowie für Erwachsene organisiert.

Es besteht auch großes Interesse an unseren Pilgerfahrten, die an verschiedene Orte der Welt führen, wie z. Bsp.: nach: Rom, Lourdes, Fatima, Heiliges Land ebenso wie zu Sanktuarien in Guadeloupe in Mexiko,  nach Irland auf den Spuren von St. Patrick, oder Santiago de Compostela.

Gelegentlich werden auch polnische Schauspieler eingeladen, die ihre theatralischen Darbietungen präsentieren sowie verschiedene Musikgruppen, Chöre und Solisten.

Außerdem  gibt es ein Gemeindeblatt,  in dem nähere Informationen zur den Aktivitäten unser Gemeinde und unseren Gottdiensten enthalten sind.

Die Polnische Katholische Mission in Freiburg ist stets um eine gute Zusammenarbeit mit der deutschen Gemeinde bemüht. Von Zeit zu Zeit finden in Freiburg gemeinsame Gottdienste und Treffen statt, die zum besseren Kennenlernen beider Länder und ihrer Traditionen führen.

Der Schutzpatron unsere Mission ist der Hl. Rafał Kalinowski.

DER HEILIGE RAFAŁ KALINOWSKI (1835-1907)

Gedenktag ist der 20. November

http://pmk-freiburg.de/rafal_kalinowski_3.jpg In der Ikonographie der Heiligen wird der Heilige Rafal Kalinowski, stets in einer karmelitanischen  Kutte und im Gebet vertieft dargestellt.

Als Kaplan und  Mönch, ist er ein Schutzpatron der Offiziere und Soldaten sowie ein Fürsprecher in schwierigen und hoffnungslosen Angelegenheiten. Zu seinen Lebzeiten hat er sehr viele Stunden im Beichtstuhl verbracht.

Er hatte eine ausgewöhnliche Gabe die Menschen mit Gott auszusöhnen und dadurch den Seelenfrieden für Personen, die unter Ängsten,  Verunsicherungen und Komplexen litten, herbeizuführen.

Die Glaubenskriese in seinen jungen Jahren,  hat ihm einen besonderen Zugang und Verständnis für Menschen ermöglicht, die,  die Existenz Gottes  anzweifelten oder sich von Gott ganz distanziert haben. Er hat Niemanden verurteilt, sondern war immer bemüht seinen Mitmenschen zu helfen.

Er selbst war jedoch ganz Gott zugewandt. Józef war vor allen ein Mann des Gebets, des Gehorsams gegenüber religiösen Regeln und war auch bereit hierfür Opfer zu erbringen, wie das  Fasten und das Kasteien.

 LEBENSLAUF DES HEILIGEN

Józef Kalinowski  wurde am 1. September  1835 in Vilnius Litauen geboren. Bei seiner Taufe erhielt er den Vornamen Joseph.  Sein Vater war Professor der Mathematik in Vilnius. Unter der Leitung seines Vaters,  studierte er am Institut Nobles der Maßen erfolgreich, dass er die höchste Auszeichnung für sein Studium an dieser Hochschule erhalten hat. Anschließend  studierte er zwei Jahre lang (1851-1852) an der Hochschule für Landwirtschaft in Hory-Horky in der Nähe von Orscha.

In den Jahren 1853-1857 studierte er an der Akademie der Militärtechnik in St. Petersburg, die er mit dem Titel Ingenieur und Leutnant absolvierte.

Gerade in dieser  Zeit ging er nur noch selten in die Kirche und hat auch aufgehört die heiligen Sakramente zu empfangen.  Er durchlebte innere Konflikte, aber auch Probleme, die mit seiner Gesundheit, seiner Nationalität und seinem Dienst in der russischen Armee verbunden waren.

Er hat stets nach dem Sinn des Lebens gefragt und hat hierfür Antworten in den philosophischen und theologischen Werken gesucht.

Im Jahr 1859 wurde er zum Dozent für Mathematik an der gleichen Akademie ernannt. Er verließ die Akademie,  trat in die kaiserlich russische Armee ein, wurde schließlich Offizier und leitete den Bau der Bahnstrecke von Kursk nach Odessa über Kiew.

Nach dem Ausbruch des polnischen Aufstandes gegen ihre russische Unterdrückung, im Jahre 1863,  trat er aus der russischen Armee aus und nahm den Posten des Kriegsministers in der Region Vilnius an.

In dieser  Zeit erlebt er die Umkehr zum Glauben. Durch den Einfluss der Bekenntnisse des Hl. Augustin, kehrte er nicht nur zur religiösen Praxis zurück, sondern zeigte darin auch einen besonderen Eifer.  Als der Volksaufstand im Januar ausbrach,  sah er zwar die Sinnlosigkeit dieses Aufstandes, wollte aber nicht nur den Geschehnissen zusehen.  Daher stellte er sich auf die Seite der Aufständischen.  Er wiedersetzte  sich der unnötigen Ausbreitung von Kämpfen. Nach dem Fall des Aufstandes am 24. März 1864, wurde er verhaftet und ins Gefängnis geworfen.

Als Ergebnis des Prozesses wurde er zum Tode verurteilt. Im Gefängnis hat man ihm eine besondere Ausstrahlung nachgesagt, etwa die eines Heiligen. 

Als Folge der Intervention von Verwandten und Freunden, sowie der Befürchtung, dass nach seinem  Tod die Polen Joseph Kalinowski als Märtyrer und Heiligen betrachten konnten,  wandelten die zaristischen Behörden seine Todesstrafe in eine zehnjährige Haftstrafe,  mit harter Arbeit in Sibirien um . Eine Zeit lang war er in Nerczyńsku, dann in Usole, in Irkutsk und schließlich in Smolensk.  

Während seines Aufenthalts in Sibirien beeinflusste er seine Gefährten mit seiner tiefen Religiosität.

Er beeindruckte seine Mitinhaftierten  durch seine Geduld und Sanftmut.  

Józef unterstützt sie durch Gebet und Zuspruch.  Er tröstete und wachte über die Kranken und gab Grund zur Hoffnung.  

Er teilte mit den Bedürftigen nicht nur die wenigen materiellen Güter, die er noch besaß, sondern auch sein geistiges Reichtum. Die Tatsache, dass viele der Inhaftierten keine Kenntnis über die  Religion hatten, tat ihm besonders weh.  Besonders gerne erteile er den  Kinder und Jugendliche die Katechese.

Nach harter Arbeit kehrte Joseph Kalinowski im Jahr 1874 in sein Land zurück. Dort erhielt er einen Pass und ging in den Westen, um als Tutor des jungen Prinzen August Czartoryski, der durch  Johannes Paul II im Jahr 2003 seliggesprochen wurde, tätig zu werden.

Józef betreute ihn drei Jahre lang. Sein Einfluss auf die geistige Bildung seines Schülers war so groß, dass der junge Prinz August seine Berufung zum Priestertum und zum Ordensleben entdeckte.  

Im Jahr 1887 trat er in die Kongregation der Salesianer ein und wurde persönlich durch deren   Gründer,  den Hl.  John Bosco, empfangen.

Im Juli das Jahres 1877 trat Joseph Kalinowski, mit 42 Lebensjahren,  in das Karmeliter Noviziat Graz in Österreich ein und nahm den Ordensnamen Bruder Raphael vom  Hl. Joseph an.  

Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Ungarn, legte er das Ordensgelübde ab und wurde am 15. Januar 1882 in Czerna bei Krakau zum Priester geweiht.

Ein paar Monate später wurde er zum Prior des Klosters in Czerna ernannt. In diesem Amt war er neun Jahre lang.

Józef trug in einer nennenswerten Weise zur  Erneuerung des Karmels in Galizien bei.

Im Jahre  1884, auf seine Initiative hin,  wurde das Karmeliterkloster in Przemysl eröffnet.

4 Jahre später eröffnete er ein weiteres Kloster  in Lemberg. An der Jahreswende  der Jahre  1891-1892 gründete er ein Kloster mit einem kleinen Seminar in Wadowice.

Józef Kalinowski starb am 15. November 1907 in Wadowice.  

Papst Johannes Paul II sprach ihn 1983 in Krakau selig und 1991 heilig.

Seine Reliquien werden in der Kirche der Karmeliten in Czerna verehrt.